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Von: THOMAS WEBER
10.06.2019 - 11:26

Kreuzfahrttourismus in der Kritik

Umweltorganisation sieht in Spanien die größten Probleme

Der Kreuzfahrttourismus boomt und findet immer mehr Liebhaber. Für die Hafenstädte sind die Kreuzfahrer eine willkommene Einnahmequelle, so lässt zum Beispiel in Malaga jeder Tagestourist rund 46 Euro liegen. Auch wenn die neueste Generation der Luxus- und Vergnügungsdampfer mit Gas betrieben wird, so werden die älteren Modelle mit Schweröl in Schwung gebracht. Dies hat zur Konsequenz, dass die Hafenstädte von den Kreuzfahrtgiganten mit schädlichen Schwefeloxiden überschüttet werden.

Die Umweltorganisation Ecologistas en Accion hat nun eine Studie veröffentlicht, in der deutlich wird, dass Spanien in Europa am meisten von den negativen Auswirkungen tangiert wird. Das Feld führen Barcelona und Palma de Mallorca an. Angeblich ist das Kreuzfahrtunternehmen Carnival Corporation der größte Verschmutzer. Die Schiffe des Unternehmens hauen wohl an den Küsten Europas 10 x mehr Schwefeloxide pro Jahr raus, als 260 Millionen Autos zusammen.

Zwar werden hier nur die Kreuzfahrtschiffe aufs Korn genommen, Tanker, Fähren und Containerschiffe werden nicht erfasst, aber es wird deutlich, dass die milliardenschweren Tourismuskonzerne dringend per Gesetz zur Umrüstung gedrängt werden müssen. Meist fahren die Schiffe ohnehin unter der Flagge eines Steuerparadieses und deshalb muss man keine Angst haben, dass eine Umrüstung der Schiffe die Konzerne in die geregelte Armut bringt.

Warum die EU wohl aber auch hier keine Lösung finden will:

Wie mächtig die Reedereien sind, dies zeigt sich in Griechenland. Hier sind die griechischen Reeder per Verfassung von jeglicher Besteuerung befreit. Selbst in der noch andauernden Schuldenkrise wurde die Verfassung nicht geändert, ein Irrsinn, welcher die Schwäche der EU deutlich dokumentiert. Angeblich hat sich die griechische Regierung mit den Reedereien jetzt darauf verständigt, dass man pro Jahr zumindest 75 Millionen Euro dem griechischen Staatshaushalt beisteuert. Eine kleine Summe, die mehr als peinlich ist.

Ergo: Wenn man sich schon in Griechenland nicht durchsetzen kann, dann wird man dies auf EU-Ebene schon gar nicht schaffen. Diskussionen und notwendige Maßnahmen, ob und wie man den Klimawandel noch eindämmen könnte und wie man saubere Luft und saubere Gewässer garantiert, scheitern in Brüssel auf ganzer Ebene. Dort regieren die Lobbyisten und die interessieren sich nicht für die Welt von morgen. Noch immer gilt, Gier frisst Hirn.

Bei allem Respekt für Fridays for Future, die zunehmende Erderwärmung wird man nicht mehr aufhalten oder stabilisieren können. Man sollte die Diskussion in die Richtung lenken, wie man mit den dramatischen Auswirkungen umgehen will und wie man vor allem die Finanzierung dieser globalen Entwicklung stemmen kann.



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