spanienwetter.es
Von: THOMAS WEBER
16.05.2019 - 10:22

Keine blaue Flagge für Malaga

Abwasserproblematik zu groß

Heute titelt selbst die der lokalen Regierung sehr nahestehende Diario SUR, dass in der Provinz Malaga 36 Kläranlagen fehlen und rund 130.000 Personen ihr Abwasser völlig ungeklärt in die Landschaft und in Flüsse einleiten. Besonders betroffen ist der Rio Guadalhorce.

Die Wahrheit ist natürlich viel dramatischer. Neben den 130.000 Personen, die ihr Abwasser völlig ungeklärt ablassen, gibt es auch zahlreiche Fabriken, Industriegebiete und Unternehmen die nicht an die Kanalisation angeschlossen sind. Jegliche Form von toxischen Mitteln kann so ungeklärt in die Natur einfließen.

Dazu kommt, dass man statistisch die Klärstufe 1 nicht berücksichtigt. Die Wahrheit ist nämlich, dass in vielen Zonen der Küste nur die Klärstufe 1 stattfindet. Bedeutet, dass man das Grobe zwar filtert oder schreddert, das verschmutzte Restwasser aber trotzdem in Rohren ins Meer gepumpt wird. In zahlreichen Urbanisationen der Küste gibt es ebenfalls keine Kläranlagen, stattdessen werden Fosa Septica eingesetzt. Dabei handelt es sich aber nicht um abflusslose Abwassergruben und entsprechend fließt auch hier das kontaminierte Restwasser in die Fauna oder in Bäche ein.

Besonders dramatisch ist die Lage in Malaga - Stadt. Hier münden der Rio Guadalmedina und der Rio Guadalhorce ins Meer ein und egal wie die Strömung ist, man hat meist Schmutzwasser am Strand. Entsprechend wenig überraschend ist es nun, dass man in diesem Jahr keine blaue Flagge mehr für die Strandabschnitte von Malaga erhält. Man hat sich ohnehin schon die ganzen letzten Jahre gefragt, welche Mächte am Werk waren, dass Malaga blaue Flaggen bekommen hat.

Am 26. Mai finden die Bürgermeisteramtswahlen statt und analysiert man die Wahlprogramme aller Parteien in Malaga, so findet man noch immer kein politisches Interesse daran, die Abwasserproblematik zu lösen.

Erlauben Sie mir eine persönliche Bemerkung: Ich lebe nun seit 6 Jahren in der ersten Strandreihe von Malaga in der Zone La Misericordia. Ich war noch nicht an einem einzigen Tag am Strand oder im Wasser. Der Sand am Strand ist kein wirklicher Sand, es handelt sich mehr um feinen Flusssand. Ein Blick von der Terrasse zeigt, dass es eine braune Strömung aus dem Rio Guadalmedina oder eine braune Strömung aus dem Guadalhorce gibt. Eine Schande. Strandtage gibt es für mich und meinen Hund nur, wenn es in Richtung Casares, Manilva oder an die Costa de la Luz geht. Je nach Strömung, am liebsten aus Westen, kann man aber auch schon in Fuengirola und Marbella ins Meer.

Bei aller Attraktivität die Malaga kulinarisch, kulturell und klimatisch bietet, ein Badeurlaub ist hier in Wahrheit nicht zu empfehlen.

Thomas Weber für spanienwetter.es

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